Privates Smartphone im Beruf: Was müssen Sie beachten?

Privates Smartphone im Beruf: Was müssen Sie beachten?

In unseren Schulungen berichten Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus der Wirtschaft, wie häufig mittlerweile Smartphones für das Versenden von Fotos zur Dokumentation sowie zur schnellen Kommunikation eingesetzt werden. Die Vorteile für die Unternehmen liegen klar auf der Hand: Eine schnelle Abstimmung ist auch zeit- und ortsabhängig möglich. Fragen von Azubis können informell beantwortet werden, Monteure erhalten auf der Baustelle eine rasche Rückmeldung.

Doch die Nutzung mobiler Geräte am Arbeitsplatz – insbesondere, wenn es die privaten Geräte der Mitarbeiter sind – birgt viele rechtliche und technische Tücken. Hier sind einige Tipps für den Einsatz von Smartphones bei der Arbeit:

  • Arbeitszeitgesetz

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, die gesetzlich geregelte Höchstarbeitszeitdauer von zehn Stunden sowie die Ruhezeit von 11 Stunden einzuhalten. Die Nutzung des privaten Geräts vereinfacht es, am Abend oder auch nachts noch dienstliche Mails zu beantworten. Das kann – auch bei Duldung – hohe Strafen für den Arbeitgeber bedeuten.

  • Verlust und Beschädigung

Verliert der Mitarbeiter das Gerät oder wird dieses während der dienstlichen Nutzung beschädigt, können dem Arbeitgeber dadurch Kosten entstehen. Oft ist diese Entscheidung vom Einzelfall abhängig, also ob der Arbeitnehmer z.B. fahrlässig gehandelt hat.

  • Datenschutz

Unternehmensbezogene Daten dürfen von den Mitarbeitern nicht als Privatperson gespeichert und verarbeitet werden. Diese Grenzen verwischen allerdings, sobald das Smartphone dienstlich und privat genutzt wird. Auch die Rechte des Mitarbeiters als Privatperson müssen gewahrt bleiben: Ein Zurücksetzen des Geräts oder das Aufspielen neuer Updates ist auf einem Privatgerät nicht so einfach zulässig.

  • Mitbestimmungsrechte

Die Nutzung privater Geräte für dienstliche Zwecke kann nicht pauschal für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gesamten Betriebs entschieden werden, sondern setzt die individuelle Zustimmung jedes einzelnen Mitarbeiters voraus.

Das Thema BYOD – Bring your own device, deutsch: die Nutzung der eigenen Geräte – stellt besonders Juristen und IT-Verantwortliche vor große Herausforderungen. Technisch gibt es bereits einige Lösungen, die zum Beispiel das Versenden von E-Mails in der Nacht nicht zuzulassen. Ein ganz wichtiger Punkt ist zudem die Schulung der Belegschaft hinsichtlich IT-Sicherheit und Schutz der Daten. Wenn Mitarbeiter selbst auf erforderliche Updates achten und die Notwendigkeit verstehen, ihre privaten und dienstlichen Daten gegen Angriffe zu schützen, ist bereits viel gewonnen. So kann die Nutzung der eigenen Geräte wieder an Attraktivität gewinnen.

Einige Arbeitgeber gehen von vornherein den Weg des Diensthandys. Über die Vor- und Nachteile von BYOD sprachen wir auch in unseren Veranstaltungen von Fit-DiM.

Bild: CC0 Public Domain https://pixabay.com/


Quellen:
Koops, C. (2016): Bring your own device. Rechtliche Risiken bei Einsatz privater Kommunikationsmittel im Betrieb. In: Personalführung 12/2016-1/2017.
Hülsbömer, S. (2015): CERN-IT-Sicherheitschef Stefan Lüders. „Wir leben ByoD seit 20 Jahren“. http://www.computerwoche.de/a/wir-leben-byod-seit-20-jahren,3092699,4

Wie sicher ist mein Passwort? – Projekt Fit-DiM schärft Bewusstsein für mehr Datensicherheit

Wie sicher ist mein Passwort? – Projekt Fit-DiM schärft Bewusstsein für mehr Datensicherheit

Am 1. Februar rief das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den „Nationalen Ändere-dein-Passwort-Tag“ aus. Viele Passwörter – auch in Handwerksbetrieben – machen es Datendieben leicht, an Unternehmensinformationen zu gelangen, die eigentlich geschützt sein sollten. Im Projekt „Fit-DiM“ werden zurzeit Ausbildungsverantwortliche auch im sicheren Umgang mit Daten geschult. Hier geht es zu den Terminen der Fit-DiM-Schulungen.

Man glaubt es kaum, aber „passwort“ und „123456“ sind immer noch die beliebtesten Passwörter. Das „Netzpiloten-Magazin“ hat die 25 häufigsten Passwörter einmal aufgelistet. Vermutlich verwenden nur wenige Menschen solche Passwörter für wichtige Dinge wie Online-Banking oder das E-Mail-Postfach. Kritisch ist es aber auch schon, wenn das gleiche Passwort für mehrere Accounts genutzt wird. So können bei einem gehackten Internet-Anbieter die Passwörter abgegriffen werden und bei anderen Programmen wiederverwendet werden. Einbrüche bei Adobe oder Dropbox kommen immer wieder vor. Auch vor sogenannten „Phishing“-Aktionen über gefälschte E-Mails oder Links warnen Experten die Nutzer in regelmäßigen Abständen.

Wie sieht ein „unknackbares“ Passwort aus? Am besten sollte man ein anderes Passwort für jede Anwendung verwenden. Aber wie kann man sich das merken? Beispielsweise mit einem Passsatz anstatt eines Passworts – am besten mit vielen Zahlen und Sonderzeichen, z.B. „2017=KeinBriefsondern1Email“. Ein YouTube-Video, gefördert von der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen (LfM) u.a. erklärt verständlich, wie Hacker an unsere Passwörter kommen und wie wir diese schützen können. Das ist nicht nur für Ausbildungsverantwortliche, sondern ganz sicher auch für Azubis im Handwerk interessant!

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