WhatsApp hält Einzug in Betriebe des Metallhandwerks

WhatsApp hält Einzug in Betriebe des Metallhandwerks

Eine Umfrage auf dem Berufsbildungskongress des Bundesverband Metall in Göttingen ergab: Messenger wie WhatsApp werden immer häufiger in Betrieben des Metallhandwerks genutzt. Mehr als zwei Drittel der befragten Bildungsverantwortlichen gaben bei einer nicht-repräsentativen Befragung im Rahmen eines Vortrags von „Fit-DiM – Fit for digital Media“ an, Kurzmitteilungs-Dienste wie WhatsApp oder Threema zur Kommunikation im Unternehmen zu verwenden.

Das Team von Fit-DiM hat auf diesem Kongress die Teilnehmenden gebeten, ihre Erfahrungen mit digitalen Medien im eigenen Unternehmen in einem kurzen Online-Fragebogen wiederzugeben. 28 Personen beteiligten sich während der Konferenz an der Befragung.

Die Ergebnisse zeigen, dass Smartphones im Arbeitsalltag keineswegs nur heimlich für private Zwecke genutzt werden. Vielmehr werden sie immer öfter gezielt für die Kommunikation im Unternehmen eingesetzt: Mehr als die Hälfte der Befragten (64 Prozent) nutzen beispielsweise die Kamerafunktion ihres Smartphones oder die Digitalkamera. Mehr als zwei Drittel (39%) nutzen einen gemeinsamen digitalen Terminkalender (vgl. Abbildung 1). Sehr viel seltener werden hingegen Soziale Medien, Webkonferenz-Tools oder Videotelefonie (alle 11%) für berufliche Zwecke eingesetzt. E-Mails sind in allen befragten Unternehmen Standard (100%).

 

Abbildung 1: Tools und Programme zur Kommunikation
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Frage: Zur Kommunikation zwischen Mitarbeitenden im Unternehmen bieten sich aktuell verschiedene digitale Tools an. Welche Tools und Programme nutzen Sie und Ihre Mitarbeitenden im Unternehmen zur Kommunikation untereinander? (Es sind mehrere Nennungen möglich.) | n=28 | Angaben in % | © mmb Institut GmbH 2016

 

Die Anlässe zur Nutzung digitaler Medien sind vielfältig. Über drei Viertel aller Befragten (78 Prozent) gaben an, Smartphones und Co. vor allem zur Abstimmung des Arbeitsablaufs und von Terminen zu nutzen. Häufig werden zudem Maschinen und Arbeitsergebnisse über digitale Medien dargestellt (70 Prozent) und die Aufgabenverteilung abgestimmt (56 Prozent) (vgl. Abbildung 2). Auszubildende werden häufig (38%) oder ab und zu (42%) in die firmeninterne Kommunikation mit digitalen Medien integriert.

 

Abbildung 2: Anlässe zur Nutzung digitaler Medien
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Frage: Welche Anlässe gibt es, digitale Medien zur Kommunikation einzusetzen? (Es sind mehrere Nennungen möglich.) | n=27 | Angaben in % | © mmb Institut GmbH 2016

 

Die befragten Personen kamen insbesondere aus dem Metallbau (44%). 15 Prozent gaben als Fachrichtung Feinwerktechnik an, weitere 15 Prozent sind in Handwerkskammern tätig.

Auch wenn diese Ergebnisse nicht repräsentativ erhoben wurden, geben sie zumindest einen Eindruck, wie und wofür digitale Medien im Arbeitsalltag bereits genutzt werden. Ein Angebot wie „Fit-DiM“, in dem Vorgesetzte lernen können, wie moderne Kommunikationsmedien für die Ausbildung sinnvoll eingesetzt werden können, fällt also auf fruchtbaren Boden. Smartphones und Tablets werden für verschiedene Zwecke eingesetzt, oft allerdings eher zufällig und auf Initiative der Mitarbeiter. Jetzt ist es an der Zeit, gemeinsame Regeln zu finden und digitale mobile Endgeräte planvoll einzusetzen.

Befragung von Metallhandwerks-Unternehmen: Smartphones am Arbeitsplatz

Befragung von Metallhandwerks-Unternehmen: Smartphones am Arbeitsplatz

Für die interne Kommunikation nutzen Betriebe im Metallhandwerk bisher kaum digitale Medien im betrieblichen Alltag. Von einem strategischen Einsatz von Instant Messengern oder Webkonferenztools ist man weit entfernt. Das ergab die Auswertung von leitfadengestützten Interviews, die im Juni 2016 für das Projekt „Fit-DiM – Fit for Digital Media“ mit Geschäftsführern und Geschäftsführerinnen aus dem Metallhandwerk durchgeführt wurden.

Wenn (betriebseigene) Smartphones oder Tablets eingesetzt werden, dann um Emails und Fotos zu versenden – vor allem im Außendienst. So werden beispielsweise Bilder, Filme und kleine Präsentationen dem Kunden auf dem Tablet gezeigt oder es werden Konstruktionszeichnungen und Pläne auf der Baustelle über das Notebook abgerufen. Eher selten sind in diese Kommunikation mit digitalen Medien die Auszubildenden des Betriebs involviert. Wobei es schon mal vorkommt, dass im Krankheitsfall oder bei dringenden Fragestellungen Nachrichten über WhatsApp ausgetauscht werden. Die Auszubildenden untereinander sind hingegen meist sehr gut vernetzt.

Die Gesprächspartner sehen klare Vorteile bei der Nutzung von digitalen Kommunikationsmedien im Betrieb, wenn es um Zeiteffizienz, Vereinfachung der Arbeitsprozesse und Vergrößerung der Reichweite für firmenspezifisches Marketing geht. Nachteilig wurde das Ablenkungspotenzial angemerkt und die störende private Nutzung durch die Beschäftigten und Auszubildenden. Es hat sich weiterhin gezeigt, dass zur Erstellung von Einsatzkonzepten und -regelungen die Qualifikation der Führungskräfte ein wichtiger Ankerpunkt ist.

„Fit-DiM“ wird daher im weiteren Verlauf Schulungsmaßnahmen für Verantwortliche anbieten, die sie in die Lage versetzen, individuelle strategische Lösungen für ihr Unternehmen zu finden, die über ein striktes, unzeitgemäßes Handyverbot hinausgehen. Sie lernen beispielsweise, ob WhatsApp eine sichere Wahl für die Betriebskommunikation darstellt und welche Tools von den Beschäftigten und Auszubildenden angenommen werden, die gleichzeitig auch Schutz für die firmeneigenen Daten bieten.

Die Leitfaden-Gespräche im Vorfeld der Schulungen wurden vom mmb Institut mit Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern aus bisher 9 unterschiedlichen Unternehmen geführt. Sie waren zwischen 54 und 60 Jahre alt und führten Unternehmen von 7 bis 170 Beschäftigten. Ausgebildet wurden zwischen 1-20 Auszubildende. Die Gesprächspartner kamen aus fünf unterschiedlichen Bundesländern.

 

Fit-DiM stellt sich vor: Berufsbildungskongress Bundesverband Metall

Fit-DiM stellt sich vor: Berufsbildungskongress Bundesverband Metall

Am 21. und 22. Juni fand der Berufsbildungskongress Bundesverband Metall in Göttingen statt. Im Rahmen der Veranstaltung, die in diesem Jahr den Schwerpunkt auf „Berufsbildung 4.0 – Perspektiven und Herausforderungen“ setzte, stellte Lutz Goertz, mmb Institut, das Projekt „Fit for Digital Media (Fit-DiM) – ein Programm zur Medienkompetenzbildung für Ausbilder/-innen im Handwerk“ vor. Zur Diskussion standen dabei Fragen wie „Stellt WhatsApp eine Option dar, die Kommunikation mit Auszubildenden im Unternehmen zu verbessern? Wie setzen mittelständische Metallhandwerksbetriebe alltägliche Kommunikationsgeräte wie das Smartphone oder das Tablet ein?“ Die etwa 60 Teilnehmenden konnten schon während des Vortrags an einer kurzen Umfrage teilnehmen, um die Kommunikationsprozesse im eigenen Unternehmen zu analysieren.

Mit diesem Vortrag präsentiert das Projekt Fit-DiM seine Projektziele in der Fachöffentlichkeit. Der Vortrag steht im Downloadbereich zur Verfügung.

 

 

„Fit for digital Media“ in den Startlöchern

„Fit for digital Media“ in den Startlöchern

Am 1. März startete das Projekt „Fit for Digital Media (Fit-DiM) – ein Programm zur Medienkompetenzbildung für Ausbilder/-innen im Handwerk“. Die drei Projektpartner Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH), der Bundesverband Metall – Vereinigung Deutscher Metallhandwerke (BVM) und das mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung entwickeln gemeinsam einen fünfwöchigen Blended-Learning-Kurs, der im Metallhandhandwerk in verschiedenen Regionen erprobt wird. Ziel ist es, das Ausbildungspersonal im Metallhandwerk für die kompetente Gestaltung der Kommunikation mit Auszubildenden mit modernen Lern- und Kommunikationsmedien zu qualifizieren. Es wurden bereits Interviews und Gespräche mit Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern aus dem Metallhandwerk geführt. Gefragt wurde danach, wie digitale Medien in der betrieblichen Kommunikation bereits eingesetzt werden und welche Bedarfe die Ausbilder und Ausbilderinnen haben, hierbei feste Kommunikationsstrukturen aufzubauen und zu optimieren. Die Ergebnisse werden Mitte Juni vorliegen.